Rudolf Horn – Wohnen als offenes System

24. November 2019 bis 22. März 2020

Stuhlbaumuseum Rabenau

Neue Sonderausstellung im Deutschen Stuhlbaumuseum Rabenau

Am 24. November 2019 eröffnete eine neue Sonderausstellung im Deutschen Stuhlbaumuseum Rabenau. Zu sehen sind wesentliche Teile  einer Ausstellung, die bis Ende Oktober im Bergpalais des Schlosses Pillnitz präsent war. Diese Ausstellung würdigt den Gestalter des MDW-Programmes (Montagemöbel Deutsche Werkstätten Hellerau) Rudolf Horn, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag begangen hat. Rudolf Horn wurde 1929 in Waldheim (Sachsen) geboren. Er war viele Jahre Professor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Die Montagemöbel der Deutschen Werkstätten, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Eberhard Wüstner 1966/1967 entwickelt hatte, waren sein erfolgreichstes Produkt.

Diese Montagemöbel setzten die Idee der Variabilität von Möbeln für den Nutzer in die Praxis um. Das MDW-Programm gab den Nutzer die Möglichkeit, entsprechend seiner Bedürfnisse und Gegebenheiten, aus einem Baukasten die für ihn beste Variante auszuwählen - „Der Nutzer als Finalist“.

Dieses Programm wurde im Auftrag der Deutschen Werkstätten Hellerau entwickelt, 1967 auf der Leipziger Messe vorgestellt und Ende 1968 in die Produktion überführt. Im Laufe der nächsten 30 Jahre wurde das Möbelprogramm weiterentwickelt und kam als MDW 80, MDW 90 und MDW 100 in den Handel. Das Konzept der Variabilität dachte Rudolf Horn weiter und übertrug es bald auf das Raumgefüge der gesamten Wohnung.

Aber nicht nur bezüglich der Gestaltung war das MDW-Programm etwas völlig Neues, auch hinsichtlich der Fertigung stellte es an die Arbeiter und Technologen der Deutschen Werkstätten neue Anforderungen. Es wurden keine fertig montierten Möbel mehr hergestellt, sondern nur noch „Bretter“. Die Tischler wurden zum „Brettelschieber“, was vielen gegen ihre Tischlerehre ging. Neue Maschinen, z. B. ein Hochleistungsbohrautomat, Eigenentwicklung der Deutschen Werkstätten, waren für die Fertigung erforderlich. Und auch der Handel musste umdenken.

In der Ausstellung sind nicht nur verschiedene Variationen, die mit MDW möglich waren, zu sehen, sondern es werden auch die Geschichten von Menschen erzählt, die sich mit dem MDW-Programm genau ihre Wohnung gestalteten. Und nicht nur das. Mit einem Bastelbogen kann der Besucher die für ihn günstigste Möbelkombination entwerfen.

Die Geschichte des Erfolgsmöbels im Stuhlbaumuseum Rabenau ist bis zum 22. März 2020 zu erleben.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Donnerstag von 10.00 – 16.00 Uhr
Freitag von 10.00 – 14.00 Uhr
Sonn- und feiertags von 13.00 – 17.00 Uhr
oder nach Voranmeldung im Museum unter Telefon 0351/6413611 oder bei der Stadtverwaltung Rabenau unter Telefon 0351/649820

Internet: deutsches-stuhlbaumuseum.de